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EU-Kommission erklärt, dass Oracle Sun übernehmen darf

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben Oracle erlaubt, den Unix-, Server- und Java-Spezialisten Sun Microsystems zu übernehmen. Die Kommission ist der Meinung, es drohe keine Einschränkung des Wettbewerbs im Europäischen Wirtschaftsraum.
Die eingehende Prüfung der Übernahme habe ergeben, dass die Übernahme keine signifikanten Auswirkungen auf den Wettbewerb in der europäischen Wirtschaft habe.

Neelie Kroes, Wirtschaftskommissarin, teilte mit: "Ich bin jetzt sicher, dass Wettbewerb und Innovationskraft auf allen betroffenen Märkten gewahrt bleiben".

Der grösste Knackpunkt war der Erwerb der zu Sun gehörenden und, wie die Kommission es formuliert, "weltweit grössten Open-Source-Datenbank MySQL" durch Oracle.

Oracle ist zusammen mit IBM und Microsoft einer der drei grössten Anbietern proprietärer Datenbanken, welche sich 85 Prozent des Marktes teilen.

Die Übernahme der freien Datenbank durch einen dieser Anbieter könne zu einer Schwächung des Wettbewerbs führen, sorgte sich die Kommission.

Die quelloffene Datenbanken-Software MySQL, welche im Januar 2008 für eine Milliarde US-Dollar in den Besitz von Sun gekommen war und durch die Übernahme von Sun nun an den Datenbankspezialisten Oracle geht.

Allerdings hat es um den Umgang mit MySQL, aber auch mit Java, auch einige Rangeleien unter den Entwicklern gegeben.

Weiter hat die Kommission festgestellt, dass die Open-Source-Datenbank PostgreSQL von vielen Nutzern als echte Alternative zu MySQL betrachtet wird.

Diese wäre in der Lage bis zu einem gewissen Grad MySQL als Wettbewerbskraft auf dem Datenbankmarkt ersetzen.

Auch durch Forks, also durch legal erstellte Kopien der MySQL-Codebasis, könnte ein weitere Wettbewerbsdruck ausgehen, meinte die EU-Kommission.

Klar hat die Zusage von Oracle gegenüber Kunden und Entwicklern, weiterhin GPL-lizenzierte neue MySQL-Versionen auf den Markt zu bringen, zur Zustimmung ebenfalls positiv beigetragen.

Auch die Sun Java-Plattform erhielt grosse Aufmerksamkeit. Hier kam die Kommission zu dem Schluss, dass die Möglichkeiten für Oracle, seinen Konkurrenten den Zugang zu wichtigen gewerblichen Schutzrechten zu erschweren, wegen dem  Java Community Process (JCP) stark begrenzt sei.

Der Java Community Process (JCP) ist ein Prozess zur Entwicklung und Überarbeitung der Spezifikationen der Java-Technologie. An diesem sind auch andere Java IT-Unternehmen beteiligt.

Es macht für Oracle keinen Sinn, den Zugang seiner Konkurrenten zu den gewerblichen Schutzrechten für Java zu beschränken, weil dies die Gewinne aus der breiten Nutzung der Java-Plattform schmälern würde.